Warum ich ein Freund von Israel geworden bin

Israel

Als ich ungefähr 15 Jahre alt war, informierte ich mich fast ausschließlich von Medien wie Spiegel Online oder öffentlich-rechtlichen Nachrichtenformaten wie die der Tagesschau.  Die die dort verbreitete einseitige Berichterstattung über Israel, hat mein Weltbild über den jüdischen Staat lange Zeit geprägt und ich hinterfragte es damals auch nicht.

Antisemitismus versteckt als Israel-Kritik

Doch dann habe ich alternative Informationsquellen für mich entdeckt. Die Achse des Guten und später auch Tichys Einblick. Insbesondere der von mir hochgeschätzte Henryk M. Broder hat mir mit seiner humorvoll-sympathischen Art einen komplett anderen Blickwinkel auf den Nahostkonflikt gezeigt. Zunächst war ich skeptisch. Sein Argument, dass die meisten Israel-Kritiker antisemitisch wären, habe ich schon oft gehört. Darauf erwiderte ich stets, dass jede Israel-Kritik mit diesem Vorwurf unmöglich gemacht werden sollte. Ich habe eine Weile gebraucht bis ich verstanden habe, was Herr Broder genau meinte. Aber irgendwann hatte auch ich es begriffen.

Kein Antisemit würde heute offen sagen „Ich mag keine Juden“ oder „Kauft nicht bei Juden“. Viel eher wird er sagen „Ich bin gegen Zionisten“ bzw. „Kauft keine Waren aus Israel“. Der Antisemitismus wird somit unter der politisch-korrekten Kritik an Israel „salonfähig gemacht“, wie es heutzutage so schön heißt. Sichtbar wird dieser versteckte Antisemitismus, auch bei Aussagen wie „Israel ist schuld an….“. Nicht die Regierung, nein Israel als Ganzes wird als Sündenbock für alles mögliche verantwortlich gemacht.

Besonders erschreckend war in diesem Zusammenhang die Rede von Mahmud Abbas vor dem EU-Parlament im letzten Jahr. Als er behauptete, israelische Rabbiner hätten die Regierung dazu aufgefordert, das Wasser der Palästinenser zu vergiften. Eine Lüge, wie er bereits wenige Tage später zugegeben hat, die fatal an die mittelalterliche Legende der „jüdischen Brunnenvergifter“ erinnerte. Das hat die EU-Abgeordneten und dem damaligen EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz jedoch nicht davor abgehalten die Rede von Abbas mit tosenden Applaus und stehenden Ovationen zu bedenken.

Die Fixierung auf Israel ist krankhaft und antisemitisch

Kein anderes Land wird so kritisch in Deutschland gesehen wie Israel. Doch warum gibt es ausgerechnet hierzulande so viele Bürger, die sich für den Nahostkonflikt interessieren und engagieren? Wenn in Syrien, im Irak oder anderen Bürgerkriegsländern Menschen abgeschlachtet werden, gibt es von Israel-Kritikern bestenfalls Mitleidsbekundungen und Krokodilstränen für die Betroffenen. Jedoch keine Demonstrationen oder Spendenkampagnen, wie das für „Palästina“ und gegen Israel gang und gäbe ist.

Man kann diese krankhafte Fixierung der Kritiker auf Israel als lächerliche Folklore abtun. Aber das wäre gefährlich. Denn der tieferliegende Grund dafür ist Antisemitismus. Am Ende der Israel-Kritik steht dann nicht selten der entlarvende Gedanke: „Wenn Israel erst einmal weg ist, gibt es in Frieden im Nahen Osten“. Die bloße Existenz des jüdischen Staates ist in den Augen seiner Kritiker demnach das Problem. Genauso wie die bloße Existenz der Juden, das Problem der Antisemiten ist. Denn deren Überlegungen sind ähnlich wie bei den Israel-Kritikern: Wenn die Juden erst einmal weg sind, wird die Welt ein friedlicher und besserer Ort sein.

Immer die alte, gleiche Laier..

Ein immer währender Kritikpunkt an Israel ist die „Vertreibung“ der arabischen Bevölkerung aus „Palästina“ nach der Ausrufung des jüdischen Staates 1948 durch israelische Truppen.  Zwar kam es tatsächlich zu einigen wenigen Vertreibungen, aber die meisten Araber flohen einfach vor den Krieg. Viele von ihnen sind freiwillig in die muslimischen Nachbarländer ausgewandert und die, die blieben wurden in die Gesellschaft integriert. Sie erhielten politische Rechte, später auch oftmals die israelische Staatsbürgerschaft und leben nun mit ihren jüdischen Mitbürgern in Israel zusammen. Im Gegensatz dazu, wurden die geflohenen Araber (ich sage bewusst nicht „Palästinenser) aus dem ehemaligen Mandatsgebiet Palästina nicht in die benachbarten Staaten (mit Ausnahme von Jordanien) integriert – obwohl sie aus ethnischer, kultureller und religöser Perspektive eine gemeinsame Identität teilten.

Aber was ist mit der bösen „Mauer“ an der Grenze zum Gazastreifen, die von Israelgegnern gerne als Beweis für das „Apartheitsregime“ gewertet wird? Nun, die Israelis werden immer wieder Opfer von Terroristen und Selbstmordattentätern. Das geschieht heutzutage zum Glück aber nicht mehr so oft, wie noch vor dem Bau der Sperranlage (das Gleiche gilt für den Grenzzaun zum Westjordanland). Außerdem erschwert der Terroristenabwehrzaun den Waffenschmuggel der islamistischen Hamas. Die Schutzumrandung ist also nur als eine Reaktion auf die unzähligen Attacken gegen Israelis und keine „Gefängniswand“, wie es ihre Kritiker gerne verkürzt und falsch darstellen. Womit wir beim nächsten Vorwurf angekommen sind. Israel hat aus dem Gazastreifen ein „Freiluftgefängnis“ gemacht.

Eine Doku passt nicht ins mediale Narrativ

Dazu kann ich jedem Leser nur die Doku „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ empfehlen. Es ist kein Wunder, warum dieser aufklärende Film von den öffentlich-rechtlichen Gutmenschen zunächst nicht ausgestrahlt werden sollte. Er konterkariert das von den Medien mühsam aufgebaute „Narrativ“, dass Israel alleine für die schwierige Lage im Gazastreifen verantwortlich ist und nicht etwa die radikal-islamistische Terrororganistion Hamas, die dort das Sagen hat.

Zudem wirft die Doku kritische Fragen auf, die nicht so recht ins Weltbild der Buhrows und Augsteins passt. Wieso geht es den Palästinensern dort so schlecht, trotz jährlichen Spenden und Zuwendungen im dreistelligen Milliardenbereichs? Was machen eigentlich die zahlreichen Hilfsorganisationen wie das „Hilfswerk der Vereinigten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten“ (UNRWA), den ganzen Tag mit ihren üppig ausgestatteten Budgets? Keine Flüchtlinge der Welt erhalten pro Kopf soviel finanzielle Zuwendungen wie die Palästinenser. Trotzdem scheint das Geld nicht bei den einfachen Leuten anzukommen – und das liegt sicher nicht an dem „zionistischen Apartheidsregime“.

Eine Insel der Freiheit in einem Meer der Unfreiheit

Kein Land im Nahen Osten vertritt die „Werte des Westens“, einen Begriff den ich ansonsten nur ungern verwende, so vehement wie Israel. Es ist in der Region die einzige Demokratie, die diese Bezeichnung auch verdient. Eine funktionierende Gewaltenteilung ist dort ebenso selbstverständlich wie ein Rechtsstaat. Zurzeit läuft sogar eine Ermittlung wegen Betruges gegen den Regierungschef! Das so etwas überhaupt möglich ist, zeigt, dass das Rechtssystem in Israel funktioniert.

Auch die Opposition kann ihre Kritik an der Regierung frei äußern und muss nicht wie in den arabischen Nachbarstaaten mit Repressionen rechnen. Und natürlich wird auch im israelischen Parlament, der Knesset, heftig über die Siedlungsbaupolitik und andere Themen gestritten. Und falls die Bürger unzufrieden sind, wählen sie die Regierungsparteien in demokratischen Wahlen wieder ab. Das klingt alles so banal, ist aber im Nahen und Mittleren Osten die wohltuende Ausnahme von der Regel.

Ein Blick auf die direkten Nachbarstaaten reicht, um die Einzigartigkeit des politischen System Israels festzustellen. In Syrien herrscht ein brutaler Diktator, im Libanon die radikal-islamistische Hisbollah und in Ägypten ein hoch geputschter Präsident (vorher ein gewählter Muslimbruder). Nur aus Jordanien droht derzeit keine Gefahr, aber auch nur solange wie sich das dortige Königshaus an der Macht halten kann.

Die Liste der undemokratischen und unfreien Länder in der Region lässt sich natürlich fortsetzen. Irak, Türkei, Saudi-Arabien, die Golfstaaten und der Iran, gelten alle nicht gerade als Freunde von Demokratie, Freiheit-  und erst recht nicht von Israel. Der jüdische Staat ist der einzige Lichtblick in einer vom Islam verdunkelten Welt.

Neue Unterkünfte nur für Muslime politisch korrekt?

Nun ein Thema über das man sicherlich geteilter Meinung sein kann, ist der umstrittene israelische Siedlungsbau in den sogenannten „Palästinensergebieten“. Auch ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Trotzdem halte ich die Diskussion darüber für hysterisch. Fast auf der ganzen Welt, insbesondere jedoch in Europa breiten sich Muslime aus.

Den etablierten Parteien in Deutschland scheint dabei nichts besseres einzufallen, als diesen illegal Eingereisten noch sogenannte „Flüchtlingsunterkünfte“ zur Verfügung zu stellen oder gleich Wohnungen und Reihenhäuser für sie zu bauen. Es gibt nur einen Ort auf der Welt, wo dieser Prozess mit umgekehrten Vorzeichen passiert: in Israel. Dort baut die israelische Regierung jedoch nicht für muslimische, sondern für jüdische Siedler neue Unterkünfte.  Und mehr Israel ist mir letztlich um einiges lieber als mehr „Palästina“.

Islamischer Antisemitismus in Europa auf dem  Vormarsch

Womit wir beim nächsten Thema wären: der Islamisierung. Als in der sogenannten „Flüchtlingskrise“ 2015 überwiegend junger Männer aus dem islamischen Kulturkreis nach Europa kamen, importierten „wir“ auch deren antisemitisches Gedankengut. Infolge dessen hat sich die Lage der Juden in Deutschland sicher eher verschlechtert als verbessert.

Insbesondere wenn man sich die katastrophale Lage ihrer Glaubensbrüder in Frankreich ansieht. Dort werden Juden von muslimischen Migranten nicht selten bedroht, angefeindet und angegriffen. Jedes Jahr fliehen deswegen tausende Juden aus Frankreich in Richtung Israel, wo die dortige Regierung neue Unterkünfte für diese geflüchteten Juden baut. Aber das ist natürlich böse.

Doch von importierten Antisemitismus und Israel-Hass unserer neuen Mitbürger wollen die etablierten Politiker nichts hören. Ironischerweise sind das die gleichen Politiker, die immer wieder Floskeln von sich geben wie „Nie wieder Auschwitz“ und „Wehret den Anfängen“. Trotzdem liefern sie Panzer und andere Waffen an Länder wie Saudi-Arabien, die Israel nicht anerkennen und keine diplomatischen Beziehungen zu dem jüdischen Staat unterhalten.

Aber den zunehmenden Sorgen der jüdischen Bevölkerung in Deutschland als „populistisch“, „ausländerfeindlich“ oder „islamophob“ abzutun, wird sich wohl nicht mal ein deutscher Politiker trauen. Die ehemalige SPD-Bundespräsidentenkandidatin Gesine „Muslime sind die neuen Juden“ Schwan zähle ich mal nicht dazu.

Ein Freund Israels

Die Kritik an Israel ist meist ein Symptom für eine chronische Krankheit, dem Antisemitismus. Doch den Kritikern das klar zu machen ist schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Ich bin deshalb froh, dass sich meine Einstellung zu Israel im Laufe der Zeit noch geändert hat. Und mehr noch: Ich bin zu einem Freund und Verfechter des Staates Israel geworden.

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