Gold – Riskante Anlage oder rentable Investition?

Gold
Beliebt wie selten zuvor: Goldmünzen (Foto von Cerebro-Magazin.de)

Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles. Das war schon zu Lebzeiten Goethes der Fall. Aber braucht man Gold heutzutage überhaupt noch? Oder ist es nur ein Relikt längst vergangener Tage?

Nicht alles, was glänzt, ist Gold

Es gibt kaum ein Anlageprodukt, welches so verhasst und gleichzeitig so verehrt wird wie Gold. Auf der einen Seite befinden sich die „Gold-Hasser“, die das Edelmetall als unsichere und unrentable Anlage verabscheuen. Ihr Hauptargument: Gold wirft keine Zinsen ab. Das stimmt. Aber welche Anlage wirft denn derzeit überhaupt noch Zinsen ab? Sparbücher und 0815-Bankkonten sicherlich nicht. Außerdem ist der deutsche Sparer generell sehr risikoavers. Der Anteil der Aktionäre ist hierzulande daher eher überschaubar. Das ist im Grunde auch gar nicht schlimm. Ganz im Gegenteil, denn ein Grundsatz einer jeden Investition sollte lauten: NIEMALS Geld in Finanzprodukte stecken, welche man nicht versteht.

Leider gibt es immer noch zu viele Bankberater, welche nur auf ihre Provisionen aus sind und den Kunden zwielichtige Fonds und ähnliches. andrehen. Das klingt in der Verkaufspräsentation meist noch super. Da fallen stets schöne Begriffe wie „Nullrisiko“, „sichere Anlage“ und „Hohe Rendite“. Aber einer näheren Betrachtung halten diese Produkte nicht stand. Meistens sind die Ausschüttungen vor Steuern, es gibt lange Kündigungsfristen (man kommt nicht ohne Weiteres an sein Geld ran) und es fallen weitere verdeckte Gebühren an. Das Erste, was von den Beiträgen finanziert wird, ist ohnehin erst einmal die Provision des Verkäufers. Darauf baut schließlich das Geschäftsmodell der meisten Banken und Versicherungen auf. Außerdem kann jedes Unternehmen – selbst jeder Staat – pleitegehen. Gold nicht.

Ein weiteres Argument, das gegen Gold oftmals in Stellung gebracht wird, ist seine hohe Volatilität. Mit anderen Worten ausgedrückt: der Preis schwankt sehr stark. Auch das stimmt, aber eben nur teilweise. Rohstoffe werden sehr gerne das Objekt von Spekulationen an den Börsen, mehr noch als Aktien. Deswegen sollte ein Investment in Gold immer ein langfristiges Engagement darstellen. Außerdem müssen die Anleger – wie bei Aktien – starke Nerven haben und am Besten nicht allzu oft die aktuellen Kurse schauen. Bei so etwas wird man sehr schnell um den Schlaf gebracht. Deshalb immer daran denken, Gold ist eine langfristige Investition – eine Art private Altersvorsorge. Zumindest ein kleiner Teil des eigenen Portfolios sollte deshalb immer damit bestückt sein.

Gold ist mehr als nur Investment

Gold war und ist das ultimative Zahlungsmittel schlechthin. Im alten Rom konnte ein Bürger für eine Unze Gold (ca. 1150€) eine teure Tunika und passende Sandalen dazu kaufen. Und auch heute – ca. 2000 Jahre später – bekommt man für die gleiche Menge an Gold noch einen schicken Anzug mit passenden Schuhen. Zu jedem Zeitpunkt in der Menschheitsgeschichte und an welchen Ort auf der Erde auch immer, konnte Gold gegen Waren eingetauscht werden. Papiergeld hingegen ist bis jetzt stets – früher oder später – zu seinem inneren Wert zurückgekehrt, nämlich NULL.

Die Zentralbanken betreiben seit Jahren eine lockere Geldpolitik. Das heißt, sie halten die Leitzinsen niedrig und kaufen weiter fleißig Staatsanleihen auf – vor allem die EZB. Warum diese Politik an den grundlegenden Problemen der Eurozone nichts ändern wird und langfristig nur die Gemeinschaftswährung schwächen wird, wurde bereits an anderer Stelle erklärt. Langfristig lohnt es sich deshalb in Gold zu investieren. Selbst wenn der Preis des Edelmetalls in Dollar konstant bleiben sollte, gewinnt Gold an Wert, da der Euro seine Talfahrt voraussichtlich weiter fortsetzen wird. Generell gilt: Umso mehr Papiergeld gedruckt wird, desto stärker steigt der Goldpreis – langfristig. Denn im Gegensatz zu Papiergeld sind Edelmetalle endlich.

Darüber hinaus fallen auf Gold keine Steuern an. Einmal gekauft und gut versteckt kann das Finanzamt lange suchen. Auf Sichtguthaben (z.B. das Geld auf Girokonten) oder anderen verbrieften Geldanlagen kann der Staat hingegen jederzeit zugreifen, aber auf physische Edelmetalle nicht. Selbst eine Finanzministerin Wagenknecht könnte daran nichts ändern.

Ausblick

Gold ist mehr als nur eine Geldanlage. Es dient auch als Versicherung für Krisen. Denn Krieg, Börsencrashs und andere Katastrophen wird es immer geben – Gold bleibt. Außerdem werden Indien und China auch in Zukunft ihre Goldbestände ausbauen, das sorgt für eine stabile Nachfrage auf dem Goldmarkt. Einzig die aktuellen Finanzierungsengpässe in Ländern wie Russland und anderen ölexportierenden Staaten könnte kurz- bis mittelfristig für ein Überangebot sorgen. Wer sich davon aber nicht abschrecken lässt und langfristig sein Vermögen absichern möchte, liegt mit einer Investition in das gelbe Edelmetall goldrichtig.

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